Gästebuch

Ehrliche Meinungen von Vogelbesitzern

Liebe Vogelfans,

kennen Sie noch Gästebücher?

Es haben sich in meinem Gästebuch so tolle Beiträge angesammelt, dass ich sie Ihnen nicht vorenthalten möchte. Sie können alle Beiträge hier nachlesen. Möchten Sie sich vorstellen, was ein Papagei vielleicht denken und fühlen mag, wenn er zum ersten Mal das Abenteuer „Urlaub in der Vogelpension“ erlebt? Dann lege ich Ihnen den Bericht von Graupapageiendame „Aua“ ans Herz.

Sollten Sie auf der Homepage vielleicht etwas an Informationen nicht gefunden haben, rufen Sie bitte einfach an. Für eine Vogel-Erstaufnahme bei uns braucht es ein ausführliches Gespräch, gute Planung und eine gewisse Vorbereitungszeit (Gesundheitstest, Reservierung).

Der Schutz aller Vögel, Gesundheit und Wohlfühlfaktor sind bei uns oberstes Gebot. Dafür haben wir gewisse Regeln wie beispielsweise keinen Freiflug im Vogelzimmer und kein Spielzeug, an dem sich der Vogel verletzen oder gar strangulieren könnte. Diese Regeln haben sich seit vielen Jahren bewährt, schließlich möchte jeder seinen Vogel unverletzt wieder nach Hause holen. Das Missachten von Sicherheitsregeln gefährdet eigene und andere Vögel und zerstört das zwischenmenschliche Vertrauensverhältnis. Daher ist für uns wichtig, dass uns von Ihnen als Vogelhalter ein gesundes Maß an Vertrauen und die notwendige Akzeptanz entgegengebracht wird.

Ich empfinde eine tiefe, angeborene Liebe zu allen Vögeln. Deshalb freue ich mich mit Unterstützung meines Lebenspartners jedes Jahr aufs Neue auf jeden einzelnen Vogel, der bei uns Urlaub macht. Urlaub bei Freunden.

Ihre Evy

A
Aua
Graupapageiendame Eintrag Nr. 76

Liebe Ungefiederte!

Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Aua und bin eine Graupapageienprinzessin. Ich erzähl zwar viel, aber Schreiben ist nicht so meins, daher diktier ich den Text hier meinem Lieblingsmensch. Der muss das für mich aufschreiben.

Das ist mein Erlebnisbericht für Erstgästevögel und Unentschlossene. Die anderen wissen ja schon, wie das hier abläuft.

Ich war bisher drei Mal bei Evy – ja, wir mit Flügeln dürfen sie so rufen – zu Gast. Eine Testwoche, nochmal eine Probewoche und dann zu Urlaub neulich ganze vier Wochen.

Am Anfang hatte ich die allergrößten Bedenken und wollte ganz bestimmt nicht hierher kommen. Ich bin nämlich gern zu Hause. Da werd ich bedient, wie es einer Prinzessin zusteht. Ich hab da ein kleines Glöckchen und wenn ich das läute… lassen wir das… ich gerate ins Schwärmen. Und dann plötzlich hieß es: „Aua, Süße… demnächst ab in die Vogelpension. Andere Vögel gucken, andere Vögel kennenlernen, Sozialleben entwickeln.“ Hallo? Geht’s noch? Au-au-au!

Aber erstmal, und das war echt der Hammer, ab zum Vogeldoc. Die da in der Pension wollen nämlich ganz sicher sein, dass alle Vögel, die da aus- und eingehen, gesund sind. Nicht, dass ich da fit hinkomme und krank wieder nach Hause reise. Papageienkrankheit und ganz viele andere Sachen, Viren und so ein Zeug. Dabei sieht jeder, dass ich gesund bin und schön und edel und klug, aber mein Lieblingsmensch findet das gut und klasse und ist sehr froh, dass er weiß, dass alle anderen auch gesund sind. Ich hätt das echt nicht gebraucht. Die haben mir ein paar Federn rausgerissen. Und ein Wattestäbchen. Das haben sie mir in den Hals gestopft und sogar in den Hint… nein, das erzähl ich jetzt wirklich nicht. Blut abzapfen war eklig. Ich hab denen die ganze Nachbarschaft zusammengeschrien. Das dauert dann doch überraschend lang, bis die Ergebnisse da sind. Drei Wochen fast. Lieblingsmensch war schon richtig in Panik und am Schluss musste Evy persönlich noch im Labor anrufen und Druck machen. Weil, ganz klar: kein Attest – kein Urlaub. Ich hab ja so gehofft, das wird nix. Hat aber gereicht. Mist. Wenigstens musste mein Mensch das ganze Zeug bezahlen. Da hat er gestaunt, was die aufrufen. Geschieht ihm recht, aber er meint, das ist es ganz klar wert.

Hat alles nix geholfen. Man hat mich in den Käfig gesperrt, der eigentlich zum Transport von Katzen gemacht ist. Wie ich den hasse. Das mir, einer Prinzessin! Katzen! Igitt!

Zugegebenermaßen liegt das Hotel ganz nett. Ein schönes großes Haus am Ortsrand. Viel Grün drumherum. Alles großzügig und luftig. Ich hab mein ganzes Leben in der Stadt verbracht, da war das schon beeindruckend. Man kommt durch einen separaten Eingang ganz schnell vom Auto ins Vogelzimmer. Wieder was, was meinem Lieblingsmensch gefallen hat.

In dem Vogelzimmer stehen ziemlich viele große Käfige. Man kann von jedem Käfig aus jeden anderen einsehen. Die direkten Nachbarn sind nicht weit weg, aber weit genug, dass sie mir nix tun können. Eigentlich glaub ich, Evy manipuliert das heimlich und rückt hin und her, je nachdem wie wir Gäste uns untereinander vertragen. Als ich kam, war nur ein anderer mit Flügeln da. Ein bunter, vollkommen aufgedrehter Sittich. Der hat sich sichtlich wohl gefühlt und ist ohne Unterlass von einem Ast auf den anderen gehüpft und hat dabei gepfiffen. Hugo! Ich hasse gute Laune, wenn ich selbst keine habe.

Für mich war schon ein großer Käfig, eigentlich bevorzuge ich den Ausdruck Gemach, vorbereitet. Der war genau so groß wie meiner daheim. Aber igitt, da waren ganz seltsame Sitzstangen drin. Braun und unregelmäßig und krumm mit Rinde dran. Sowas kannte ich gar nicht. Und das ganze fremde Spielzeug. Sehr bedrohlich alles. Ich hab also das getan, was jede vernünftige Vogelprinzessin tut. Ich hab mich ganz oben in einem Eck ans Gitter geklammert und gejammert. Ich hab mich an meinen Menschen gedrückt und gebettelt, dass der mich wieder heim nimmt. Hat er aber nicht. Der ist zwar lange geblieben und hat mich gestreichelt, aber ich bin trotzdem nicht von meinem Eck weg. Ich hatte Angst und es war mir ganz egal, dass mich der viel kleinere Hugo bestimmt ausgelacht hat. Irgendwann ist mein Mensch dann einfach gegangen und hat mich zurückgelassen. Ich bin da in meinem Eck hängen geblieben und hab ein Bild des Jammers abgegeben. Und da bin ich hängen geblieben. Ich hab nix gefressen und spielen wollt ich auch nicht. Ich wollt nur da hängen und heim.

Erst später hat mein Mensch mir erzählt, dass es ein ganz arg wichtiger Punkt war, dass Evy ganz oft und mit viel Geduld berichtet hat. Und zwar ohne die Situation zu beschönigen. Die Aussage der ersten drei Tage war immer: „Aua fühlt sich nicht wohl, Aua hängt am Gitter und frisst nicht“. Das hat meinem Menschen ganz und gar nicht gefallen und er hat sich große Sorgen gemacht. Aber er wusste zu jeder Zeit Bescheid. Das hat Vertrauen zwischen den Menschen geschaffen. Beide Seiten haben darüber nachgedacht, mich als unverurlaubbar wieder nach Hause zu holen. Auch Evy trifft zum richtigen Zeitpunkt ggf. die Entscheidung: Das macht keinen Tau. Der Vogel fühlt sich nicht wohl. Das ist gut und wichtig, weil eure Menschen den Kopf frei haben und nicht nachdenken müssen, wie es uns geht und ob alles stimmt, was sie hören. Wenn Evy sagt, es ist gut, dann ist gut!

Ich hab mich dann aber erbarmt. Kurz bevor die mich als unerholsam aussortiert hätten, bin ich dann doch am vierten Tag auf die neuartigen Stangen gesessen, hab alles weggefressen, was Evy mir hingehalten hat, und hab sogar mit Hugo gefiepst. Das Menü ist übrigens Klasse. Viel kommt aus Evys Garten und ist ganz vielseitig. Daheim gibts pro Tag immer nur ein paar Obst- und Gemüsesachen zur Auswahl, aber das Urlaubsmenü war fast zum Auswählen zuviel. Evy hat viel mit mir gepfiffen und ich hab ein paar Töne gelernt und Hugo hat mir ein hohes Fiepsen beigebracht. Das hat meinen Menschen etwas genervt, als ich wieder zu Hause war, aber da muss er durch. Die restlichen Tage der Probewoche waren ganz prima und ich hab mich sehr wohl gefühlt. Überhaupt kein Problem. Ich kann gar nicht verstehen, warum ich mich anfangs so angestellt hab. Ruckzuck war die restliche Woche rum.

Einige Zeit später war ich das zweite Mal für eine Woche da. Das war schon ganz anders, ganz entspannt. Ich kannte ja schon alles. Hugo war auch schon wieder da und man begrüßt sich cool mit einem stylischen „was geht ab, Alter?“. Ganz toll war, dass da auch drei andere Graue da waren. Solche hab ich noch nie aus der Nähe gesehen. Vor allem einer, Felix heißt der, der war sooo süß. Ein Graupapageienprinz, da bin ich ganz sicher. Der kam gleich ganz nah zu mir, hat gegluckst und Futter für mich hochgewürgt. Hach… ein Gentleman. Auch der andere Graumann war niedlich und das Mädchen… naja… keine Konkurrenz. Ich hab mich trotzdem pro Forma angestellt und wieder in ein Eck gehangen, aber nur eine Stunde lang, dann war alles in Butter und ich hab mich auf die komischen krummen Naturäste gesetzt. Meine Menschen glauben, der Urlaub da hat mich verändert. Ich wär nicht mehr so… pffft… feige wie vorher und selbstbewusster. Ich bevorzuge die Worte „traditionell und vornehm zurückhaltend“. Aber mag schon sein, ein bisschen vielleicht. Man muss sich ja gegen die anderen Gastvögel auch durchsetzen.

In beiden Fällen waren meine Menschen gar nicht weit weg und hätten mich bei Bedarf ruckzuck abgeholt. Aber nach dem holprigen Start der ersten Woche waren die jetzt ganz entspannt und immer sehr gut informiert, wie es mir geht und was ich anstelle.

Dann aber sind die echt ganz weit fortgefahren und haben mich für fast vier Wochen zu Evy gebracht. Als ich eingezogen bin, war ich noch ganz allein in dem großen Zimmer. Nicht mal Hugo war da. Mein Käfig war schön und sauber präpariert. Ich hab mich nur ganz kurz angestellt und bin schon nach ein paar Minuten durch den Käfig geklettert. Kurz nach mir kam noch ein Sittich, dem musste ich alles noch erklären.

Meine Menschen waren entspannt im Urlaub, weil sie sich keine Sorgen um mich machen mussten. Sie wussten mich gut aufgehoben und rundum versorgt. Evy hat ihnen immer wieder berichtet, dass ich brav bin und den einen oder anderen Ton neu lerne. Highlight meines Urlaubs war Johnny, eine Amazone zum Verlieben. So schön… so… so… so grün. Groß und stattlich, ich konnt ihn nur noch anschmachten. Und Johnny, ein echter Gentleman, war mir auch zugeneigt. Wir saßen so gut es ging nah zusammen. Das war schön. Mir hat es gefallen. Natürlich war ich froh, als Lieblingsmensch mich wieder abgeholt hat, aber da war’s auch schön. Evy hat mit uns gespielt, gepfiffen und gesungen. Es ist immer irgendwas los und irgendein Vogel macht immer Quatsch. Ich geh demnächst wieder eine Woche ins Vogelhaus und bin gespannt, was dann für Vögel da sein werden.

Auas Tipps für Neue

So. Das war jetzt viel erzählt. Ich fass für euch Neuen nochmal zusammen, was wichtig ist. Zuerst: Evy kennt sich aus und Evy kann gut mit uns Vögeln. Evy kümmert sich gut um alle, passt auf uns auf und was es zu fressen gibt, ist unglaublich frisch und vielfältig. Die Mietkäfige sind groß und für jeden von uns liebevoll angepasst. Wir werden besungen, bepfiffen und bespasst, lernen unweigerlich was Neues.

Das mit der Gesundheitsprüfung ist für uns ein bisschen nervig und für unsere Menschen ein bisschen aufwändig, aber alle fühlen sich hinterher viel wohler und sicherer. Das macht wirklich Sinn! Nur es dauert ein bisschen – sagt euren Menschen, dass sie rechtzeitig anfangen sollen. Vielleicht das Wichtigste von allem: Evy erzählt euren Menschen, wie es euch geht. Ganz ehrlich, ohne was zu beschönigen. So können die ganz beruhigt sein.

Ganz am Schluss muss ich noch erzählen, dass ich die beiden Hausamazonen kennenlernen durfte. Die süße Ginny und den stolzen Chico. Chico mit dem perfekten Gefieder eine Augenweide, aber beängstigend riesig. Die Ginny kleiner und unheimlich erzählfreudig. Die hat mir ganz viel erzählt. Beide ganz, ganz liebe Vögel, ich werd die sicher mal wieder treffen.

Also: Habt keine Angst, genießt eure Zeit bei Evy, flirtet mit den anderen und macht einfach ein bisschen Urlaub von zuhause. Das ist toll da!

Viele Grüße, eure Aua